Wie du physischen von emotionalem Hunger unterscheidest

Ich erlebe in letzter Zeit häufig, dass es Betroffenen recht leicht fällt, sich selbst als emotionalen Esser zu identifizieren. Die typischen Verhaltensmuster lassen sich theoretisch gut nachzuvollziehen. Es scheint einzuleuchten, warum wir in bestimmten Situationen zu Essen greifen, obwohl wir eigentlich keinen Hunger im klassischen Sinn verspüren. Doch kaum ist der Groschen gefallen, fängt das Problem eigentlich erst so richtig an: Bei dem Versuch, dem eigenen Essverhalten auf den Grund zu gehen, fällt einem nämlich auf, dass es in erster Linie gar nicht immer so leicht ist, überhaupt zwischen physischem und emotionalem Hunger zu unterscheiden.

Genau aus diesem Grund möchte ich mit dir die beiden verschiedenen Formen des Hungers genauer unter die Lupe nehmen. Nachfolgend findest du eine ausführliche Auflistung der jeweiligen Hauptunterschiede. Du wirst sehen, dass es einige markante Charakteristika gibt, anhand derer du oft erkennen kannst, um welchen Hunger es sich wirklich handelt.

Physischer Hunger 

  • wird gerne auch als der wahre Hunger bezeichnet; physisches Bedürfnis nach Nahrung beziehungsweise Nährstoffen, die den Körper optimal versorgen
  • entsteht eher langsam und steigert sich mit der Zeit
  • lässt sich durch die benötigte Menge an Nahrung stillen
  • sofern er optimal gestillt wird, stellt sich ein Wohlgefühl sein
  • die Wahl der Lebensmittel kann, je nach den Bedürfnissen des Körpers, stark schwanken
  • kann zu beliebigen Zeiten auftreten
  • das Stillen des physischen Hungers ist meist ein bewusster Vorgang

Emotionaler Hunger 

  • häufige Bezeichnung sind auch Heißhunger oder Appetit; emotionales Bedürfnis nach Fülle oder einem inneren Spannungsabbau
  • tritt meist plötzlich in all seiner Intensität auf
  • lässt sich nicht mit Essen stillen; man hat meist das Gefühl, wie ein bodenloses Fass immer weiter Essen zu können
  • Essen ist mit Scham oder Schuldgefühlen verbunden
  • häufig fällt die Wahl auf Lebensmittel die süß, salzig, fettig und vor allem kalorienhaltig sind
  • der Drang zu Essen ist an bestimmte Gegebenheiten, Situationen, Tageszeiten gebunden
  • emotionaler Hunger ist oft ein unbewusster, automatisierter Vorgang; eine Gewohnheit

Zugegeben: In der Realität gibt es nicht nur schwarz oder weiß, sondern vielmehr Grauzonen, denn es ist nicht immer direkt ersichtlich, um welche Form des Hungers es sich handelt.  

>> Deshalb mein Tipp: Such dir ein Mantra, das du vor dem Essen (laut oder auch gedanklich) aufsagst <<

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass vor allem in Momenten des starken Heißhungers der Verstand gerne mal aussetzt und eine rationale Analyse fast unmöglich ist. Die Gedanken überschlagen sich und der Drang zu essen spitzt sich von Sekunde zu Sekunde mehr zu. Doch nicht immer wird eine solche Situation tatsächlich auch als Heißhunger wahrgenommen. Häufig treten solche Momente gepaart mit starken Emotionen wie Ärger, Frust oder einer inneren Leere auf, die das eigene Hungerempfinden verrückt spielen lassen.

Als emotionaler Esser kann es gut sein, dass man leicht verwirrt ist und es fällt einem schwer die Signale des Körpers tatsächlich richtig einzuordnen. Und letztendlich bleibt die Frage, um welchen Hunger es sich denn nun handelt, meist im Raum stehen. Um sie dennoch zu beantworten, habe ich mir angewöhnt vor jedem Bissen, den ich zu mir nehme, ein kleines Mantra aufzusagen. Das können 3-4 Sätze sein, die du laut oder auch leise in Gedanken zitierst.

Du kannst dein Mantra wunderbar als Indikator nutzen, um herauszufinden, um welche Art des Hungers es sich handelt. Kannst du deine Sätze in Ruhe aufsagen, dann ist es wohl eher dein physischer Körper, der nach Nahrung verlangt. Fällt es dir schwer dein Mantra zu zitieren und die Sätze überschlagen sich? Vielleicht spürst du sogar einen inneren Kampf oder plagen dich Gedanken ans Essen, die dich daran hindern, entspannt deiner Mahlzeit zu danken? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich dabei um einen emotionalen Essdrang handelt.

Damit du eine Vorstellung davon bekommst, wie so etwas aussieht, findest du hier mein Mantra:

Ich danke für das Essen vor mir. Ich verspreche es zu riechen, zu schmecken und mit all meinen Sinnen zu genießen. Ich möchte meinem Körper das geben, was er benötigt, um weiter in ihm in Liebe existieren zu können. Namasté

Und los geht’s: Nimm dir ein Blatt Papier und überlege dir ein kleines Mantra, das du vor jeder Mahlzeit (auch vor den kleinen Snacks zwischendurch) aufsagst. Lern es auswendig und setz es bei der nächsten Gelegenheit gleich um. Du wirst sehen, dass dieser kleine Trick dir überraschende Einblicke in dein eigenes Essverhalten gewähren wird. 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Welche Tricks hast du auf Lager, um zwischen physischem und emotionalem Hunger zu unterscheiden? Teil sie mit uns unten in den Kommentaren.



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namastefranzi

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