Travel Hacks: Self-Care auf Reisen

Aus gegebenem Anlass – ich bin seit gut zwei Monaten non-stop unterwegs – setze ich mich zurzeit intensiv mit der Frage auseinander, wie sich die eigene Self-Care Praxis auf Reisen optimieren lässt. Mit den Jahren habe ich gelernt, zu Hause – sprich in einem stabilen Umfeld – gut für mich zu sorgen. Ich habe gewisse Wohlfühlroutinen in meinen Alltag integriert, die mir ungemein dabei helfen, gelassener den Anforderungen des Lebens zu begegnen. Doch kaum sind die Koffer gepackt, gerät meine sonst so routinierte Selbstfürsorge ins Wanken.

Stress wird als ein Zustand beschrieben, der entsteht, wenn die Anforderungen im Äußeren die eigenen Ressourcen übersteigen. Es kommt zu einem Ungleichgewicht zwischen externen Anforderungen und internen Fähigkeiten.

Gerade auf Reisen sind wir häufig mit unbekannte Situationen konfrontiert, die viel von uns abverlangen. Banale Dinge wie die Beschaffung von Nahrung können da schnell mal zu regelrechten Stressoren werden. 

Um so wichtiger ist es, die eigenen Ressourcen im Vorfeld bewusst auszubauen, um gezielt auf mögliche Herausforderungen reagieren zu können. In der Regel geschieht dies durch die bewusste Planung bzw. das Abchecken einiger Faktoren, die einen angenehmen Reiseablauf begünstigen können. Spannend dabei ist, dass du im Hinblick auf die Self-Care Praxis schon weit vor Reisebeginn mit den Vorbereitungen deines Trips loslegen solltest. Reiseroute & Co. haben nämlich einen großen Einfluss darauf, wie gut sich die eigene Selbstfürsorge auf Reisen umsetzen lässt. 

Meine wichtigsten Travel Hacks auf einen Blick: 

1. Zeit + Energie + Geld: Berechne den wahren Preis deiner Reise

Früher war ich eine Schnäppchenjägerin. Ich buchte bei allen Reisen stets die günstigste Variante, doch Achtung: Diese ach so tollen Angebote haben oft einen versteckten Preis, den man dann in Form von Energie oder Zeit zahlt. Ein günstiger Flug, der mich mit zwei Zwischenstopps nach insgesamt 20 Stunden an meinem Ziel ankommen lässt, wohingegen der Direktflug nur 8 h von A nach B benötigt, ist höchstwahrscheinlich eine Odyssee, von der ich mich nach meiner Ankunft erst einmal erholen muss. Manchmal lohnt es sich tatsächlich, ein wenig mehr zu bezahlen, wenn man dafür entspannt an seinem Ziel ankommt und direkt durchstarten kann.

Schau dir an, welchen wahren Preis du zahlst und mit welcher Option du dich tatsächlich rundum am wohlsten fühlst. Dies gilt übrigens auch für Wegstrecken im Inland: Die Deutsche Bahn bietet mittlerweile tolle Super-Sparpreise an. Kombiniert mit einer BahnCard 25, lassen sich so manche Strecken angenehmer zurücklegen als mit dem Fernbus, der höchstwahrscheinlich stundenlang im Stau feststeckt.

Ich schaue mir Wegstrecke heute stets unter den drei Gesichtspunkten Zeit-Energie-Geld an und ermittle dann den Preis, den ich bereit bin zu zahlen. Probier’s aus, denn es macht wirklich einen großen Unterschied. 

2. Wohlfühloase Flughafen

Ich bin wirklich kein Freund von Flügen, die mitten in der Nacht starten. Manchmal lässt es sich jedoch nicht vermeiden, weswegen ich für mich beschlossen habe, die Zeit vor dem Abflug so angenehm zu gestalten wie nur möglich: Wenn ich das Gefühl habe wirklich müde und abgeschlagen zu sein, dann schau ich mich nach einem Massagestudio um, das tatsächlich an den meisten Gates zu finden ist. Eine kurze Massageeinheit von 20 Minuten reicht oft schon aus, um dem nächtlichen Reisen entspannter entgegenzublicken. 

3. Wie viel Gepäck brauchst du wirklich? 

Zugegeben: Es fällt mir auch heute noch unglaublich schwer, selbst bei kurzen Trips, mit nur wenig Gepäck zu reisen. Schließlich will man ja für alle Eventualitäten gewappnet sein. Doch ich habe festgestellt, dass mich zu viele Dinge im Schlepptau einfach unnötig stressen.

Desto mehr du dabei hast, desto mehr gilt es auch beisammen zu halten.

Erst kürzlich habe ich am Flughafen in Indien meinen Laptop beim Security-Check liegen lassen. Vier Handgepäckstücke, die alle aus- und wieder eingepackt werden wollten, waren in diesem Moment einfach zu viel, um den Überblick zu behalten. Kurzum: Halte dein Gepäck – vor allem aber dein Handgepäck – kompakt, um entspannter von A nach B zu kommen. 

4. Rückenschule: Trolley statt Backpack

Zugegeben: Bis vor kurzem hättest du mich mit dem Tipp „Reise lieber mit einem Trolley, das ist viel gesünder für deinen Rücken“ echt jagen können. Schließlich zog ich seit meiner Jugend mit einem Backpack umher. Doch gerade bei kurzen Städtetrips oder auch Touren, die viele Zwischenstopps bzw. Umstiege beinhalten, sind schwere Backpacks auf dem Rücken einfach nichts.

Ich glaubte wirklich, dass es normal sei, nach jedem Trip erstmal mit Rückenbeschwerden zu Massage gehen zu müssen. Dabei lässt sich lästigen Rückenschmerzen wunderbar vorbeugen, Trolleys (Rollkoffern) sei Dank!

5. Intuitiv planen: Bereite deine Mahlzeiten bewusst vor

Wie du sicherlich schon bemerkt hast, ernähre ich mich intuitiv. Ich esse also, wenn ich Hunger habe, das worauf ich Lust habe, bis ich satt bin. Auf Reisen ist das allerdings manchmal so eine Sache: Natürlich kannst du über den Wolken nicht nach deinem Lieblingsburger rufen oder die Stewardess um einen Grünen Smoothie bitten. Wenn man die Prinzipien der intuitiven Ernährung naiv umsetzt, dann läuft man gerade auf der Durchreise ziemlich sicher Gefahr, von diesem Konzept enttäuscht zu werden. Aus diesem Grund schaue ich mir meine Reiserouten stets im Vorfeld an, überlege, wann ich wohl Hunger bekommen könnte und plane geschickt vor, um für den Fall der Fälle auch etwas dabei zu haben. Lass dich also nicht ins offene Messer rennen, sondern plane vorausschauend. Nimm dir Mahlzeiten und Snacks mit, um zu jeder Zeit gut versorgt zu sein.

6. Smart choice: Wähle deine Unterkunft clever aus

Auch bei der Wahl der Unterkunft gibt es einiges zu beachten. Schau dir auf der Karte an, welchen Aktivitäten du an deinem Aufenthaltsort nachgehen möchtest und such dir ein Hotel oder Zimmer in unmittelbarer Umgebung. Es ist furchtbar anstrengend, sich erst noch durch den Verkehr an einem fremden Ort schlagen zu müssen. Meine Hauptkriterien, nach denen ich Unterkünfte auswähle:

  • Yogastudios in der Nähe
  • nahegelegene, gesunde Restaurants
  • Supermärkte in der Umgebung
  • Haltestellen, für die An- und Abreise
  • Größe des Zimmers, um meine Yogamatte ausrollen zu können
  • bei längeren Aufenthalten: Küchenzeile in der Unterkunft. (Tipp: Buche ganze Unterkünfte via www.airbnb.de)

Das sind grob meine Travel Hacks, die sich in den letzten Jahre abgezeichnet haben. Doch wie alles im Leben, ist auch diese Liste work in progress. Ich habe es mir mittlerweile zur Aufgabe gemacht, jeden Trip als eine Chance zu sehen, meine Liste an Selbstfürsorge-Tipps auf Reisen zu erweitern. In wenigen Minuten heißt es wieder: Koffer packen! Und ich freue mich jetzt schon darauf, mich bewusst meiner Self-Care Praxis zu widmen. 

Welche Travel Hacks helfen dir auf Reisen, die Self-Care Praxis nicht gänzlich schleifen zu lassen? Pack sie gerne unten in die Kommentare. 



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namastefranzi

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