Intuitives Essen: Endlich Schluss mit den Diäten

Bei Hunger essen, worauf du gerade wirklich Lust hast, soviel du davon möchtest, bis du angenehm satt bist. Und das Ganze ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Klingt zu schön um wahr zu sein? Intuitives Essen macht es möglich. 

In meinem letzten Beitrag habe ich bereits das Buch Intuitive Eating von Evelyn Tribole und Elyse Resch als einen meiner absoluten Lieblinge vorgestellt. Dabei verbirgt sich dahinter viel mehr als nur ein neuer Ansatz zum Abnehmen. Genaugenommen geht es nicht darum zwangsläufig an Gewicht zu verlieren, sondern vielmehr darum, sich endlich im eigenen Körper wohlzufühlen.

Intuitives Essen ist das Gegenteil einer Diät, die Lösung vieler Probleme und gleichzeitig die natürlichste Form der Ernährung. Wenn du wissen möchtest, was sich dahinter verbirgt und wie du dich im intuitiven Essen üben kannst, dann schau dir die folgenden Prinzipien an:

Intuitives Essen – die Prinzipien auf einen Blick 

Identifiziere all deine Diät-Glaubenssätze und schmeiß sie ausnahmslos über Bord

Die Medien sind voll davon und im Grunde kennen wir sie alle: Empfehlungen und gute Ratschläge der Diätindustrie, um an Gewicht zu verlieren. Zu meinen Favoriten gehören: „Kohlenhydrate machen dick“; „Keine Kohlenhydrate am Abend“; „low-fat: Fettarme Lebensmittel machen schlank“; „Drei Mahlzeiten am Tag sind optimal“; „5 Mahlzeiten am Tag sind ideal“ … Ich könnte ewig so weiter machen. Hast du dich schonmal gefragt, woran du eigentlich glaubst, wenn es ums Essen geht? 

>>Tipp: Nimm dir ein Blatt Papier und schreib all deine Glaubenssätze und Überzeugungen auf. Versuch in deinem Alltag aktiv deine entsprechenden Verhaltensweisen zu identifizieren und verabschiede dich langsam von ihnen, denn: Kohlenhydrate machen nicht dick; wie viele Mahlzeiten für dich geeignet sind, weißt nur du ganz allein und Fett macht auch nicht fett! Überzeug dich selbst davon. 

Es gibt keine schlechten Lebensmittel, es sei denn, sie sind verdorben

Ziemlich eng mit den Glaubenssätzen verbunden ist die sogenannte Rote Liste. Eine häufig imaginäre Liste an Lebensmitteln, die aktiv gemieden werden, weil sie schlecht sind, dick machen oder ungesund sind. Darunter fallen häufig Süßigkeiten jeglicher Art, zuckerhaltige Produkte, fettige Snacks und Fertigprodukte. Dabei ist keines der Lebensmittel wirklich so schlimm, wie wir häufig annehmen. 

>>Tipp: Bau deine Liste ab, um Frieden mit dem Thema Essen zu schließen. Was steht auf deiner Roten Liste? Such dir ein „verbotenes“ Lebensmittel aus und integriere es ganz bewusst in deinen Speiseplan. Das kann zum Beispiel ein Stück Schokolade nach dem Essen sein oder mal ein Eis am Nachmittag, o.ä.

Honoriere deinen Hunger und iss worauf dein Körper Lust hat

Hunger zu haben ist nichts Schlimmes oder Gefährliches. Ganz im Gegenteil: Es ist das Natürlichste der Welt. Nimm deinen Hunger wahr statt ihn zu ignorieren und stille ihn, statt ihn aufzuschieben. Frag dich, worauf du wirklich Lust hast und gönne es dir. Du wirst sehen: Dein Körper wird es dir danken und deine Heißhungeranfälle werden sich deutlich reduzieren. 

>>Tipp: Iss bei den ersten Anzeichen von Hunger, etwa wenn sich langsam die Gedanken an die nächste Mahlzeit häufen, nicht erst, wenn der Verstand aussetzt und der Magen knurrend in den Kniekehlen hängt. Denn dann ist es häufig bereits zu spät.

Angenehme Sättigung statt Völlerei: Iss solang, bis sich ein wohliges Körpergefühl einstellt

Kennst du das Gefühl, angenehm satt zu sein? Der Moment in dem du dich in deinem Körper zufrieden fühlst, denn du weißt, dass deine letzte Mahlzeit eine runde Sache war? Genau um dieses Empfinden geht es. Du sollst (und darfst!) dich gut fühlen und zwar nach jeder Mahlzeit.

>>Tipp: Leg beim Essen kurze Pausen, um ein bis zwei bewusste Atemzüge in den Bauch einzunehmen. Wenn möglich, schließ hierbei deine Augen und spüre am Ende deiner Ausatmung genau in den Bereich deines Magens (direkt hinter deinem Bauchnabel) hinein. Macht sich hier ein kleines Ziehen, ein Völlegefühl bemerkbar? Wenn ja, dann beende deine Mahlzeit für den Moment, bis du das nächste Mal Hunger verspürst. Wenn nein, dann iss weiter und wiederhole nach ein paar Bissen dieselbe Übung nochmals bis du wohlig satt bist.

Intuitive Bewegung: Beweg dich, aber richtig!

Quälst du dich zum Sport, um Kalorien zu verbrennen oder bewegst du dich, weil es dir Spaß macht? Ich erlebe häufig, dass sich viele Menschen exzessiv und übertrieben viel bewegen, mit dem Resultat zuzunehmen oder gehäuft Essanfälle zu erleiden. Und nein, es sind nicht immer die Muskeln, die einen hier schwerer werden lassen. Sport, der zusätzlichen Stress verursacht, kann dazu führen, dass durch einen erhöhten Cortisolspiegel (Stresshormon) der Körper auf stur schaltet und zusätzliche Kilos einlagert.

>>Tipp: Such dir eine Sportart, die dir Freude bringt. Und zwar von Anfang bis Ende. Sie soll dich herausfordern, doch der Spaß sollte nicht auf der Strecke bleiben. Beweg dich nicht, um abzunehmen, sondern um dich wohlzufühlen und leg gezielt Pausen ein, sodass sich dein Körper regenerieren kann. 

Du ernährst dich bereits intuitiv und möchtest deine Erfahrungen mit uns teilen? Dann nichts wie ab damit in die Kommentare. 



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namastefranzi

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